David Safier: 00-Laschet. Roman

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Vandam
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David Safier: 00-Laschet. Roman

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David Safier: 00-Laschet, Roman, Hamburg 2026, Rowohlt Kindler Verlag, ISBN 978-3-463-00046-6, Klappenbroschur, 276 Seiten, Format: 3,6 x 2,1 x 21 cm, Buch: EUR 18,00, Kindle: EUR 12,99, auch als Hörbuch erhältlich.

Kimmi wandte sich an Nummer 7. Und sie gab ihm […] einen Kuss auf die Wange. […]
Dann wischte [sie] sich die Augen trocken und sagte zu Armin: „Retten wir die Welt!“
Armin bestätigte: „Retten wir die Welt!“
Und Nummer 7 schluckte: „Ich drück euch die Daumen.“
(Seite 239)

Vorab: Ich habe noch nie zuvor ein Buch von David Safier gelesen und auch keine Verfilmung seiner Miss-Merkel-Krimis gesehen. Ich kann den spontan erworbenen Roman 00-LASCHET daher nicht mit Vorgängerwerken vergleichen.

James-Bond-Parodie mit knuffigem Antihelden

In dieser turbulenten James-Bond-Parodie voller Seitenhiebe auf aktuelle Politiker, Phänomene und Ereignisse begleiten wir einen liebenswert-knuffigen Antihelden, der mit allem, was plötzlich auf ihn einstürmt, komplett überfordert ist. Es ist Laschet. Armin Laschet. Und er gibt sein Bestes.

Gerade noch hat er sich wie ein Schnitzel gefreut, dass er sich den stressigen Job als Bundeskanzler nicht antun muss und stattdessen Bundespräsident geworden ist. Im Schloss wohnen, Reden halten und ein bisschen repräsentieren, das klingt vergleichsweise entspannt. Schade nur, dass seine Familie lieber in Aachen bleiben möchte und er sie nur am Wochenende sehen wird. Nun ja, irgendwas ist immer.

Geheimdienst-Zentrale unterm Schloss Bellevue

Warum sein Vorgänger, Frank-Walter Steinmeier, stets so sauertöpfisch aus der Wäsche geschaut hat, ist Armin ein Rätsel. Vielleicht lag’s ja gar nicht am Job, sondern daran, dass er ein Protestant aus Ostwestfalen ist? - Die Wahrheit wird Armin schon bald erfahren. Als Bundespräsident ist er nämlich nicht nur ein gut bezahlter Grüßonkel – er ist Bestandteil eines supergeheimen Supergeheimdiensts, dessen Hauptquartier 20 Meter unter dem Schloss Bellevue liegt!

Fortan muss er immer ein paar Agenten im Schlepptau haben, die ihre Agentensachen machen, während er an offiziellen Anlässen teilnimmt. Sogar Kimmi, seine hippe junge Social-Media-Beraterin ist hauptberuflich eine taffe Geheimagentin. Was Armin in mehrfacher Hinsicht erstaunt: Er hat sie nämlich schon als Kind gekannt. Außerdem muss er damit leben, dass stets irgendwelche Geheimdienstleute aus bisher gut verborgenen Türen in sein Schlafzimmer schlüpfen und ihn mit ihren Anliegen behelligen.

Ein Schuss nachts in der Küche

Es ist schon interessant zu sehen, was für technisch bestens ausgestattete Leute in den Kellergeschossen herumwuseln und mit welchen Themen sie sich befassen: KI, Cybercrime, Atomwaffentechnologie, Biowaffen ... Doch als Armin bei einem nächtlichen Besuch in der Küche, wo er nur für sich und die Maus in seinem Schlafzimmer ein bisschen Käse holen wollte, von einem britischen Agenten mit einer Schusswaffe bedroht wird, hört der Spaß auf. Armin will heim nach Aachen. Soll doch der Lauterbach diesen Job machen! Der könnte allfällige Attentäter mühelos ins Koma nörgeln. So leicht kommt unser Held aber aus der Bundespräsidenten-Nummer nicht raus.

Die Mächtigen der Welt drehen durch: Hypnose?

Wie heißt es so schön? „Keine Sorge: Das Schlimmste kommt noch!“ Damit ist nicht etwa die Online-Fehde mit Markus Söder gemeint, die seine Social-Media-Beraterin aus PR-Gründen angezettelt hat. Nein: Bei einem Staatsbesuch wird Armin aus heiterem Himmel vom Königspaar und einem berühmten Hollywood-Schauspieler attackiert!

Gleichzeitig verhalten sich auch andere Staatsoberhäupter äußerst befremdlich, wie man den Nachrichten entnehmen kann. Fast so, als hätte sie jemand hypnotisiert. Aber wer, wie und warum? Ist hier etwa ein Superschurke unterwegs, der die Welt beherrschen will, wie man das aus den James-Bond-Filmen kennt?

Die Bellevue-Agenten finden tatsächlich eine Spur. Sie führ zum Tech-Milliardärs-Ehepaar Storm. Die und ihre ebenfalls milliardenschweren Tech-Bro-Freunde scheinen einen finsteren Plan zu verfolgen. Nur welchen genau? Und wie kann man sie aufhalten?

Nur Stunden, um die Welt zu retten

Diese gefährliche Mission fällt Armin und seinen Agenten zu und führt sie nach Nordspanien, Grönland, Saint Tropez und in den Vatikan. Sie bekommen es mit einem wandlungsfähigen Attentäter zu tun sowie mit einer wild gewordenen Müllpresse, einem anhänglichen Superstar, dem Papst und mit einer KI, die voller Überraschungen steckt.

Was sie dabei alles erleben ist brandgefährlich, haarsträubend und für den Leser streckenweise saukomisch. Für die Akteure ist es das natürlich nicht. Die Helden, vor allem die wider Willen, geraten unter unglaublichen Stress. Wenn sie sich alles richtig zusammengereimt haben, bleiben ihnen nur noch wenige Stunden, um die Welt zu retten. Ja, wenn

Seitenhiebe in alle Richtungen

„[Auf eine] Bühne mit KI-Experten? Armin gefiel der Gedanke nicht. […] „Ich bin kein Experte für KI.“
„Aber Sie sind Politiker.“
„Das schon.“
„Also sind Sie darin geübt, so zu tun, als hätten Sie von allem eine Ahnung“, sagte Nummer 1 trocken und beendete die Videoschalte.
(Seite 113)

Ich fand’s sehr vergnüglich, mitzuerleben, wie der sympathische und etwas tapsige Armin plötzlich in eine Welt voller Schurken, Helden und technischen Schnickschnack gerät und dort über sich hinauswächst. Bildlich gesprochen, natürlich. Dabei kriegt der Politikbetrieb sein Fett weg, die überkandidelten Agentenfilme und die Tech-Milliardäre sowieso. Auch die Boomer und die Generation Z müssen sich gutmütigen Spott gefallen lassen. Richtig gehässig wird das aber nie.

Ein Fünkchen Wahrheit …

Ich mochte den tierlieben Armin und seine Maus und auch die knallharte Agentin Kim, die tagtäglich ihr Leben für ihre Aufgabe riskiert und dabei von einem kleinen, spießigen Glück träumt. Ist ihr eigentlich bewusst, dass sie am Schluss aus dem Talmud zitiert oder hat sie nur einen klugen Satz gehört, der sie berührt hat? Egal … es ist auf jeden Fall was Wahres dran. Und ich fürchte, auch im zynischen und grausamen Masterplan des Oberschurken liegt ein Fünkchen Wahrheit.

007-LASCHET ist locker-leichte Unterhaltung mit Witz, Verstand und vielen kleinen Sticheleien in alle möglichen Richtungen.

Ob das eine Serie wird? Ich bin mir nicht sicher, ob noch genügend übrigbleibt, um die Leser bei der Stange zu halten, wenn all die schrägen Überraschungseffekte aus Band 1 erst einmal weg sind. Wir werden sehen …

Der Autor

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane, darunter «Mieses Karma», «Jesus liebt mich», «Happy Family» und «MUH!» erreichten Millionenauflagen im In- und Ausland. Der erste Band seiner Krimireihe rund um die Ex-Kanzlerin gehört zu den bestverkauften Büchern des Jahres 2021. Als Drehbuchautor wurde David Safier unter anderem mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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