Transportschaden

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Buchkennerin
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Transportschaden

Beitrag von Buchkennerin »

Ich habe kürzlich privat ein Paket mit zerbrechlicher Ware (Glas) per DHL versandt. Es war sicher verpackt (in Luftpolsterfolie, gesichert mit Styropor).
Obwohl das Paket äußerlich unbeschädigt wirkte, kam die Ware beschädigt beim Empfänger an. Wahrscheinlich war das Paket aus großer Höhe auf den Boden gefallen.
Als Absenderin kann ich nicht reklamieren. Das muss der Empfänger übernehmen, d. h. er muss das Paket mit der beschädigten Ware zur Postfiliale bringen und dort die Schadensmeldung ausfüllen. Danach erfolgt die Prüfung durch DHL, was bis zu 6 Wochen dauern kann. Das ist für den Empfänger schlicht eine Zumutung (wahrscheinlich ist das von DHL so beabsichtigt, damit sich die Reklamationszahlen in Grenzen halten). Er möchte natürlich sein Geld zurück, was verständlich ist. Da ich aber als Privatperson verkaufe, den Transportschaden nicht zu verantworten habe (Es geht um einen Warenwert von 11 EUR), werde ich das zumindest nicht in voller Höhe übernehmen.
Ich schreibe das deshalb, weil ich bei Booklooker eine größere Zahl Schallplatten verkauft habe und diese nun verschicken muss. Ich habe einfach Angst, dass Ähnliches wieder passiert, ich nichts tun kann, aber dafür eine Menge Ärger bekommen kann.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie wurde der Schaden von DHL oder Hermes reguliert?
Vielen Dank für eure Antworten!
briefmarkenjaeger
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Re: Transportschaden

Beitrag von briefmarkenjaeger »

Ich habe inzwischen einige Pakete verschickt, aber zu einem Transportschaden ist es bisher zum Glück nie gekommen. Das mag natürlich daran liegen, dass ich meistens Bücher/Medien (einschließlich LP's) verschicke, bei denen die Handhabung doch um einiges einfacher ist, weil diese robuster sind. Ich habe zwar auch schon Drucker und Scanner verschickt, aber dafür habe ich dann riesige Kartons verwendet und im Falle von Scannern die Transportsicherung aktiviert.
In seltenen Fällen ist es bisher zu Paket-Verlusten gekommen und diese wurden immer reguliert, auch wenn die Internationale Regulierung bei DHL sehr lange dauert und ich diese erst anmahnen musste.

Der Versand von Glas und Porzellan ist immer eine heikle Angelegenheit und ich habe auch schon von verschiedenen Tests gelesen, bei denen bei verschiedenen Paketdiensten eben auch Glas, bzw. Porzellan zu Bruch gegangen ist. Bei den Tests hatten die Journalisten sogar Erschütterungsensoren mitgeschickt, die die Erschütterungen gemessen hatten. Leider habe ich mir den Link zu dem Test, den ich damals gelesen hatte, nicht gespeichert, aber hier wäre ein anderer Test dazu:
https://www.stern.de/wirtschaft/news/pa ... 24302.html

Lt. dem DHL-Verpackungsleitfaden soll die Ware mindestens 6 cm von den Paketwänden entfernt sein und zumindest bei Glas und Porzellan sollte man die Einzelteile mit separaten Trennern verschicken:
https://www.dhl.de/content/dam/images/E ... tfaden.pdf

Ich kann dir nicht sagen, wie DHL entscheiden wird, aber es würde mich nicht wundern, wenn sie die Schadensregulierung ablehen werden. Ob man dann einen Mahnbescheid (kostet 36 Euro) erwirken sollte, musst du selbst entscheiden, da ich nicht abschätzen kann, wie sicher die Ware verpackt worden ist. Falls DHL dem Mahnbescheid widersprechen sollte, ist entweder das Mahnverfahren beendet oder es geht vor Gericht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass insbesondere große Firmen es bei nicht eindeutigen Sachverhalten gerne auf einen Mahnbescheid ankommen lassen, weil diese wissen, dass sich kaum jemand die Mühe macht und das Risiko eingeht. Falls du eine Rechtschutzversicherung haben solltest, so wäre dies eine Möglichkeit, aber lohnt sich der ganze Aufwand für 11 Euro?
Buchkennerin
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Re: Transportschaden

Beitrag von Buchkennerin »

Vielen Dank für die Antwort.
Ich hatte die Ware sehr sorgfältig verpackt (in Luftpolsterfolie, mit Styropor abgetrennt...). Ich hatte das Paket auch mit dem Warnhinweis "Vorsicht Glas" versehen. Natürlich kann man da immer noch mehr machen, aber das Verhältnis zwischen Warenwert und Kosten der Verpackung/Versand sollte gewahrt bleiben. Wenn ich Ware für 11 EUR verschicken möchte und ich muss sie dann so einpacken, dass sie einem Fall aus mehreren Metern standhält, dann wird die Verpackung größer und teurer. Irgendwann lohnt es sich nicht mehr, preiswerte Sachen zu verschicken.
Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass mit Paketen sorgsam umgegangen wird. Das scheint nicht der Fall zu sein.
Ich habe zwar eine Rechtsschutzversicherung, werde diese aber sicherlich nicht einsetzen. Bei einem höheren Warenwert wäre es dann eine Überlegung wert.
ohnenamen
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Re: Transportschaden

Beitrag von ohnenamen »

Also ich habe mit Hermes Päckchen und Packete mit zerbrechlichen "Sachen" verschickt und diese sehr tief in Luftpolsterfolie "versteckt". Alles kam unverletzt an. Aber ich habe es unterlassen an dem Karton den Aufkleber "Glas" anzubringen. Aus Vorsicht habe ich Bilder der einzelnen Verpackungsschritte gemacht einschl. des zum Versand fertiggemachten Kartons und dies dann nach dem Versand an den Käufer mit Mitteilung per E-Mail geschickt. Nunja, wenn was passiert wäre, ob man dann Hilfe bekommen hätte....?
Natürlich ist man auch noch darauf angewiesen, dass der Empfänger sich die Mühe macht und reklamiert. Denn auch er/sie/es hat ja nur den "Beweis" des kaputten "Sachen" und ob er dann den Beweis der Bilder "vorlegt" ist vielleicht fraglich.
Hoffentlich wird doch noch alles gut.
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digitalis
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Re: Transportschaden

Beitrag von digitalis »

Bisher hatte ich immer Glück und alles Zerbrechliche, was ich jemals verschickte, kam heile an. Ich verpacke doppelt, d.h. das zerbrechliche Zeug gut gepolstert (Styropor) in einen Karton und den dann gut gepolstert in einen größeren. Das minimiert die Gefahr.
Wenn ich von Profihändlern elektronische Geräte bekomme - andere zerbrechliche Ware kaufte ich online noch nie - sind die ebenfalls immer doppelt gepolstert in zwei Kartons. Ich glaube, bei stoßempfindlichen Teilen ist Doppelverpackung unbedingt nötig. Aber auch elend lästig, da ich meist die Kartons noch umbauen muss, vergrößern oder verkleinern. So bin ich dabei immer gut und laaang beschäftigt - gottseidank nur selten. Zerbrechliches kommt auf die Fensterbank zum Mitnehmen, das macht weniger Arbeit!
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amorist
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Re: Transportschaden

Beitrag von amorist »

@Buchkennerin

Liebe Buchkennerin,

warum verkaufst du auch Glas ;-) ! Hast du keine Freunde/innen, denen du die Glasware hättest schenken können? Wegen 11 Euro hätte ich nicht
die Arbeit mit der ganzen Verpackung auf mich benommen. Freunde meckern nicht, falls mal was zerdeppert ankommt.


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Ich hatte die Ware sehr sorgfältig verpackt (in Luftpolsterfolie, mit Styropor abgetrennt...). Ich hatte das Paket auch mit dem Warnhinweis "Vorsicht Glas" versehen. Natürlich kann man da immer noch mehr machen, aber das Verhältnis zwischen Warenwert und Kosten der Verpackung/Versand sollte gewahrt bleiben. Wenn ich Ware für 11 EUR verschicken möchte und ich muss sie dann so einpacken, dass sie einem Fall aus mehreren Metern standhält, dann wird die Verpackung größer und teurer. Irgendwann lohnt es sich nicht mehr, preiswerte Sachen zu verschicken.
Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass mit Paketen sorgsam umgegangen wird. Das scheint nicht der Fall zu sein.
Ich habe zwar eine Rechtsschutzversicherung, werde diese aber sicherlich nicht einsetzen. Bei einem höheren Warenwert wäre es dann eine Überlegung wert.
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Dass du die Sendung mit der Aufschrift "Vorsicht Glas" versehen hast finde ich sehr umsichtig. Wie ich höre, setzt DHL Sortiermaschinen neuester Technologie ein, die Schrift erkennen und verstehen. Schließlich parkt mein Auto auch völlig ohne Eingreifen des Fahrers ein. Allerdings munkelt man, dass die Sortieranlagen von einer englischsprachen Aushilfe programmiert wurden - in Englisch, versteht sich.

Aber im Ernst - das Problem sind eher die Sortieranlagen, nicht die Briefträger, die die Sendung zustellen - und falls es am Briefträger liegt interessiert den möglicherweise wenig, was du auf die Sendung schreibst, es gibt halgt solcheund solche (Briefträger), wie überall.

Die Teile mit Styropor abzugrenzen ist keine schlechte Idee, perfekt wäre eine Paket im Paket Verpackung und Styropor.

Und schau mal in die AGB von DHL, da ist festgelegt, dass die Pakete einen Sturz aus einer bestimmten Höhe überstehen muss. Hätte dein Paket das ausgehalten? Und wie will man das beweisen?:

In der Regel kann man davon ausgehen, dass der Schaden bei äusserlich völlig unbeschädigtem Paket auf eine mangelhafte Verpackung zurückzuführen ist. Du kannst auch nicht einfach entscheiden, dass bei einem geringen Verkaufserlös der Aufwand für die Verpackung eingeschränkt werden kann. Der Käufer hat einen Anspruch auf eine unbeschädigte Lieferung und genau das hast du sicherzustellen.

Ein äusserlich beschädigtes Paket sollte man gleich bei der Zustellung reklamieren. Und eines ist auch klar: Der Käufer hat eine Mitwirkungspflicht bei der Klärung (Übergabe des Pakets und der gesamten Verpackung) der Schadensursache. Wenn er die verweigert, gäbe es von mir auf jeden Fall kein Geld zurück.

Bei unbeschädigtem Paket wird DHL die Erstattung aus meiner Sicht ablehnen, wobei ich mal offen lasse, ob man das vor der Abgabe an DHL manipulieren kann. Aber in dem Fall (beschädigtes Paket) würde DHL ja eh erstatten (an dich).

Falls der Käufer nicht mitwirkt hat er aus meiner Sicht eh keinen Erstattungsanspruch, weil er für Den Versandweg haftet (wenn keine Versicherung einspring kein Kt). Und wegen 11 Euro wird aus meiner Sicht normalerweise kein Käufer rechtliche Schritte einleiten, dieKosten dafür bezahlt nämlich zunächstmal er (Mahnbescheid ca. 30 Euro, wenn der "Schuldner"/VK dem widerspricht, kann er den Fall fallenlassen oder Klage erheben.
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spiralnebel111
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Re: Transportschaden

Beitrag von spiralnebel111 »

Wenn ich das lese, vergeht es mir mein Tee/Mokkaservice aus Ceylon zu verkaufen. Freundin, die es will, habe ich nicht, aus der Familie will es auch keiner. Nun steht es verpackt im Keller. Aber wohl nicht gut genug verpackt für die Post. :evil:
mausi44
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Re: Transportschaden

Beitrag von mausi44 »

spiralnebel111 hat geschrieben: Mi 16. Jun 2021, 18:15 Wenn ich das lese, vergeht es mir mein Tee/Mokkaservice aus Ceylon zu verkaufen. Freundin, die es will, habe ich nicht, aus der Familie will es auch keiner. Nun steht es verpackt im Keller. Aber wohl nicht gut genug verpackt für die Post. :evil:
Setze es doch kostenlos bei Ebay-Kleinanzeigen rein an Selbstabholer.
Vielleicht findet sich ja jemand,der Interesse daran hat.
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spiralnebel111
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Re: Transportschaden

Beitrag von spiralnebel111 »

Werd ich wohl. Es ist zu schade drum, es ist sehr hübsch. Paßt aber wegen der Höhe der Kanne nicht in mein Vitrinchen, und auch sonst nirgendwo hin. Es stand über 20 Jahre in Mamas Vitrine und sah schön aus.
Buchkennerin
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Re: Transportschaden

Beitrag von Buchkennerin »

Ich würde nicht generell davon abraten, zerbrechliche Ware zu verschicken. Ich habe schon Porzellan verschickt und das ist wohlbehalten angekommen. Der von mir geschilderte Fall war mein erster. Ich hätte ihn hier auch nicht publik gemacht, wenn ich nicht kurze Zeit später Schallplatten zu verschicken gehabt hätte und ich deshalb Angst hatte, dass mir wieder etwas Ähnliches passiert. Ich weiß auch nicht, ob die Booklooker-Versicherung greift, wenn die Ware beschädigt beim Käufer ankommt. Jedenfalls habe ich den Käufer vorsorglich darauf hingewiesen, eventuelle Schäden am Paket auf jeden Fall sofort zu reklamieren.
Ich verkaufe ab und zu etwas bei Ebay Kleinanzeigen. Ich bevorzuge auf jeden Fall Selbstabholung - schon wegen des Versand-Aufwands. Manches verkauft sich leider schlecht - vor allem Porzellan, so dass man sich freut, wenn sich ein Käufer findet wie in meinem Fall.
Der Preis von 11 Euro hat sich über die Zeit ergeben: Man beginnt ja in der Regel mit einem höheren Preis und senkt ihn langsam bis sich ein Käufer findet. Für einen Warenwert unter 5 EUR lohnt sich aus meiner Sicht auch Ebay Kleinanzeigen nicht. Viele stellen dann ihre zu verschenkenden Waren einfach vor die Haustür- was ich für eine Unsitte halte. Nach dem ersten Regenguss sind diese Dinge dann unbrauchbar.
mausi44
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Re: Transportschaden

Beitrag von mausi44 »

Hier in Hamburg gibt es Sozialkaufhäuser,dort kann man seine Dinge hinbringen,die man nicht mehr haben will.
surfzocker
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Re: Transportschaden

Beitrag von surfzocker »

Also mit Schallplatten-Versand lief bei mir immer alles glatt. Habe über Ebay früher jede Menge verkauft u. versendet. Als Versandkartons nahm ich immer unbenutzte) Pizzaschachteln. Die gibts recht günstig z.B. als 100er-Pack. Man kann easy 3 LPs gut gepuffert in einem solchen Karton versenden.
Erfahrung heißt überhaupt nichts, man kann etwas Jahrzehnte lang falsch machen (Tucholsky, abgewandelt).
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spiralnebel111
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Re: Transportschaden

Beitrag von spiralnebel111 »

Bei den kleinanzeigen habe ich schon Etliches verkauft, gekauft, verschenkt und geschenkt bekommen. Finde ich viel besser als wegwerfen.
mausi44
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Re: Transportschaden

Beitrag von mausi44 »

Hatte damals auch 2 Bücherregale dort verschenkt.Standen keine Stunde drin und wurden auch gleich abgeholt.Warum teuer Sperrmüll bezahlen,wenn man es auch so loskriegt.
Buchkennerin
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Re: Transportschaden

Beitrag von Buchkennerin »

Ich bzw. der Empfänger des Pakets hat nun von DHL Hamburg Nachricht bekommen. Wie nicht anders zu erwarten war, wurde die Haftung für den Transportschaden abgelehnt. Nach gründlicher Untersuchung sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Versender die Ware nicht richtig verpackt habe. Dazu gab es noch einen Hinweis auf eine DHL-Seite im Internet, auf der das richtige Verpacken beschrieben wird - natürlich unter Einbeziehung der von der Post bzw. DHL vermarkteten eigenen Verpackungsmaterialien. Diese Kisten bekommt man nur im Set ab 15 EUR aufwärts.
Fazit: Wenn es einen Transportschaden gibt, der von außen nicht sichtbar ist, hat man keine Chance auf Erstattung. Es sei denn, man benutzt die teuren Verpackungsmaterialien der Post - zumindest hat man dann die "richtigen" Materialien benutzt. Als Privatversender ist man somit der Willkür eines Konzerns ausgesetzt. Immer höheren Versandgebühren steht ein immer schlechterer Service gegenüber. Auch "Kulanz" angesichts eines geringen Wertes incl. Versand von 19 EUR scheint ein Fremdwort in diesem Konzern zu sein.
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